Entsorgungsstation für Wohnmobil-Stellplätze planen: Ratgeber für Betreiber und Gemeinden
Immer mehr Gemeinden, Campingplätze und Gastgeber richten Stellplätze für Wohnmobile ein. Damit ein Stellplatz von Reisenden gut angenommen wird – und damit Abwasser nicht in der Natur landet –, gehört eine durchdachte Ver- und Entsorgungsstation dazu. Dieser Ratgeber zeigt, woraus eine Station besteht, worauf es bei Standort und Anschluss ankommt und wie sich die Nutzung abrechnen lässt.
Woraus besteht eine Ver- und Entsorgungsstation?
Wohnmobile und Wohnwagen bringen drei Arten von Wasser mit, die an einer Station versorgt bzw. entsorgt werden müssen:
- Frischwasser: Eine Zapfstelle zum Befüllen des Frischwassertanks.
- Grauwasser: Abwasser aus Spüle und Dusche, das meist über einen befahrbaren Bodeneinlauf abgelassen wird.
- Schwarzwasser: Der Inhalt der Kassetten- bzw. Chemietoilette. Dafür wird ein Ausguss benötigt, an dem die Kassette entleert und ausgespült werden kann.
Für den Toilettenausguss bietet sich eine fertige Station aus Edelstahl an, etwa die Entsorgungsstation SANELA SLVN 07 mit Spülschlauch für den Fäkalientank, Füllhahn für den Spülwassertank und Klapprost.
Hygiene: Frischwasser und Entsorgung trennen
Der wichtigste Planungsgrundsatz: Frischwasser-Zapfstelle und Toilettenausguss sollten klar voneinander getrennt sein. Wer die Kassette ausspült, sollte dafür einen eigenen Schlauch bzw. Hahn nutzen – nicht die Zapfstelle, an der andere Gäste ihren Trinkwassertank befüllen. Eine deutliche Beschilderung hilft zusätzlich.
Standort und Anschluss
- Abwasseranschluss: Der Ausguss wird an den Schmutzwasserkanal angeschlossen. Klären Sie vorab mit dem örtlichen Abwasserbetrieb, welche Anforderungen gelten – auch zum Umgang mit Sanitärzusätzen aus Chemietoiletten.
- Anfahrbarkeit: Die Station sollte so liegen, dass Wohnmobile bequem heranfahren und rangieren können, ohne den übrigen Stellplatzbetrieb zu blockieren.
- Befestigte Fläche: Eine befestigte, leicht zu reinigende Fläche mit Gefälle zum Einlauf erleichtert die Pflege.
- Frostschutz: Wird die Station ganzjährig genutzt, müssen wasserführende Leitungen gegen Frost geschützt oder entleerbar sein.
Robust und leicht zu reinigen: Edelstahl
Eine Entsorgungsstation wird von vielen verschiedenen Nutzern bedient und muss regelmäßig gereinigt werden. Edelstahl ist korrosionsbeständig, verträgt Reinigungsmittel und hält auch einer rauen Nutzung stand. Bei unbeaufsichtigten Anlagen lohnt sich außerdem ein Blick auf vandalismussichere Ausführungen.
Kostenlos oder gegen Gebühr?
Viele Gemeinden bieten die Entsorgung kostenlos an, um Reisende in den Ort zu holen. Wer die Kosten für Wasser und Unterhalt decken möchte, kann Frischwasser, Strom oder den Zugang zum Sanitärgebäude über Münz-, Jeton- oder RFID-Kartensteuerungen abrechnen. Solche Steuerungen gibt es für Duschen, für Strom und Geräte sowie für Türen – eine Übersicht finden Sie auf unserer Seite Sanitär für Campingplätze & Wohnmobil-Stellplätze.
Checkliste für die Planung
- Frischwasser-Zapfstelle, Grauwasser-Einlauf und Toilettenausguss vorgesehen?
- Frischwasser und Entsorgung räumlich getrennt und beschildert?
- Anschluss an den Schmutzwasserkanal mit dem Abwasserbetrieb abgestimmt?
- Gute Anfahrbarkeit und befestigte Fläche mit Gefälle?
- Frostschutz bei ganzjährigem Betrieb?
- Abrechnung geklärt: kostenlos oder per Münze, Jeton bzw. Karte?
- Robuste, leicht zu reinigende Materialien gewählt?
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